DAS HISTORISCHE BUTTERMILCHERZ VON ST.ANDREASBERG
Eines der seltsamsten Silbererze, das der St.Andreasberger
Bergbau in der zweiten Hälfte des 16.Jahrhunderts hervorgebracht
hat, war wohl das historische sogenannte Buttermilcherz. Den
Namen dürften vermutlich Harzer Bergleute geprägt haben, die
unmittelbar diese weiße Flüssigkeit in den Drusen des St.Georg-
Stollens am Beerberg, vielleicht auch in der Grube Theuerdank,
gesehen haben. Frappiert waren die Alten wohl über den hohen
Silbergehalt dieser weißen Flüssigkeit und die leichte
Ausschmelzbarkeit. Chemische Kenntnisse gab es damals noch nicht
im heutigen Sinne. Nur Schmelzen im Feuer gab Aufschlüsse über
Metallgehalte.
Was ist Buttermilcherz nun und was enthält es? Ca.bis zum Ende
der 1780er Jahre wusste man nur, dass die Substanz hoch
silberhaltig war. Erst der Berliner Chemiker Martin Heinrich
Klaproth hat das Buttermilcherz von der Grube St.Georg chemisch
untersucht und dessen Zusammensetzung festgestellt und zwar an
einer Stufe, die heute noch im Mineralogischen Museum für
Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin aufbewahrt wird
und sogar im Internet als eines deren ältesten Stücke zu sehen
ist. Allerdings in der ursprünglichen flüssigen Form lag das
Buttermilcherz nicht mehr vor. Wie die Alten schon geschrieben
haben, wurde es an der Luft trocken und es verblieb eine tonige,
meistens bläulich aussehende Masse. Der mit Klaproth
zusammenarbeitende Dietrich Ludwig Gustav Karsten, der das Königliche
Mineralienkabinett in Berlin verwaltete, benannte diese bläuliche
weiche Art als toniges Hornerz.
Klaproth hatte sich in den 1780er Jahren mit der chemischen
Untersuchung der Silbererze beschäftigt. Er stellte dabei fest,
dass es sich bei dem Buttermilcherz um eine Unterart des
Hornerzes oder auch Hornsilber, heute Chlorargyrit genannt,
handelte.
Den Inhalt des Hornerzes analysierte er mit seinen einfachen
Mitteln wie folgt:
Hundert Theile enthalten also wie er schreibt:
Silber 67,75
Salzsäure 21,00 (Chlorid)
Eisenerde 6,00
Thonerde 1,75
Schwefelsäure 0,25
96,75 (Die Restsubstanz konnte wohl nicht geklärt werden.)
Danach untersuchte er eine Probe des Buttermilcherzes wie folgt:
Hundert Theile dieses Buttermilchsilbers enthalten also:
Silber 24,64
Salzsäure 8,28
Thonerde nebst einer Spur von Kupfer 67,08
100,00
Klaproth berichtete über diese Untersuchungen in den Jahren 1788
bis 1795 mehrmals vor der Berliner Akademie der Wissenschaften
und verfasste mehrere schriftliche Arbeiten darüber.
Scheinbar hat sich dann rd. 200 Jahre lang nichts getan, bis das
im Mineralogischem Museum der Berliner Humbold-Universität
befindliche Stück erneut und mit modernen Methoden untersucht
wurde. Hoppe und Damaschun berichten ausführlich darüber.
Sie stellten fest, dass Klaproth mit seinen damaligen
Untersuchungsmethoden schon ziemlich genau analysiert hatte.Allerdings
ergab die moderne Untersuchung um 1986, dass das Buttermilcherz
aus äußerst feinkörnigem Chlorargyrit (AgCl) und die tonigen
Bestandteile aus mehreren Schichtsilikaten, wie Talk, Serpentinit
und Saponit, besteht.
Der einzige unter den vielen früheren Schriftstellern, die über
das Buttermilch- und Hornerz von St.Andreasberg berichtet und es
mit eigenen Augen gesehen haben, war wohl der
Schullehrer und Pastor Johann Funcken (auch Funke oder Funk), der
in der Zeit von1567 bis 1629 in St. Andreasberg gelebt hat. Er muß
sich schon sehr mit den Bergleuten verbunden gefühlt haben,
sonst wäre er sicherlich nicht rd 62 Jahre in der damals als
abgelegen geltenden Gegend geblieben.Mit dazu beigetragen hat
wohl auch, dass er mit einer Tochter des Bergmeisters Prössel
verheiratet war. Er kann vielleicht auch etwas verglichen werden
mit dem Joachimsthaler Pastor Johann Mathesius, der auch
Jahrzehnte die Bergleute betreute und sich sehr mit Bergbau und
Mineralien befasst hat. Berühmt ist Mathesius, der auch Agricola
persönlich gekannt hat, durch seine Predigten, die er in den
Jahren 1552 bis 1564 jeweils zur Fastnacht gehalten hat und unter
dem Namen " Sarepta oder Bergpostill" im Jahre 1562
herausgegeben hat. Funcken mag sich jedoch nicht ganz so intensiv
mit der Mineralogie gewidmet haben wie Mathesius. Jedoch hat er
im Jahre 1617 einen längeren Bericht über den Andreasberger
Bergbau und schöne Mineralstufen geschrieben.
Es soll hier nur auszugsweise sein Bericht das Buttermilcherz
betreffend aus Henning Calvörs Werk "Historische Nachricht
von den Unter- und gesamten Ober-Harzischen Bergwerken zitiert
werden (gedruckt 1765):
"Es hat sonderlich Gott durch wunderbahren Segen dieses
Bergwerk gesegnet mit mancherley schönen Arten von reichen Erz,
die auf andern fürnehmen Bergstädten unbekannt seyn, darüber
sich sonst wolerfahrne Bergleute verwundert, wenn sie alhier
gefahren, und die Erze gesehen, wie ich dasselbe selbst auf den
Zechen gesehen und gehöret habe, welches Gott durch seine
Allmacht, wunderbahre Kraft, und Operation unter der Erden in Klüften
und Gängen ziegelt, würket, und schaffet, da er sein
Laboratorium hat, und ein solches Feuer, welches alle ignes
Alchimistarum artificiales übertrift. Etliches ist rein und
gediegen Silber, densum & sine excoctione purum, das etliche
pflegen Bauren erz zu nennen, darum, dass es so kentlich ist, und
dass man Haken darein schneiden kann, wie in einen Thaler. Man
findet auch Stücklein in Drusen gediegen, die ihre Knöpfe
haben, als wenn sie ein Goldschmied gemachet, und poliert hätte.
Auf St. Georgen habe ich gesehen, da ich mit dem Schichtmeister,
Peter Göttinger dazumal gefahren, darüber sich auch zu
verwundern, dass der Steiger eine Druse im Gange angetroffen,
darin hat reich Erz gestanden, weiß und dünne, wie eine
Buttermilch, das man herausgeschöpfet in ein Glas, und als es in
der Luft getrocknet worden, war es wie Thon, keinem Metall ähnlich,
wie auch das weisse milde Erz, und hielt doch der Centner über
100. Mark Silber, da denn, als die reichen Ausbeuten gegeben, in
den Gruben vorm Ort, und auf etlichen Stossen rein gediegen
Silber und roth gulden Erz sehr mächtig stund."......
"...Auf dem Theuerdank hat man auch reich Erz gehabt, als
rarum & friabile, wie man es nennet, mild Erz, das mit der
Hand hat können getrieben werden, war weiß in der Grube, wenn
es an die Luft kam, ward es blau, und mild, wie ein Thon, doch
von Silber reich. Man hat es in der Hütte für kein Gebläse
bringen dürfen, sondern nur in Bley in eiserne Pfannen eintränken
müssen. Ich habe selber gehöret von einem alten Bergmann, Hans
Höfener, so auch hier Geschworner war, der dazumal auf dem
Theuerdank gearbeitet, dass dasselbe weiße milde Erz vorm Orte
im Gange zwischen dem Gestein gestanden, als wenn eine weiße
Handschwele (Handtuch ) zwischen dem Gestein wäre niedergesenket
gewesen."
Das vorstehend von der Grube Theuerdank beschriebene weiße milde
Erz, welches angeblich an der Luft blau wurde, war mit größter
Wahrscheinlichkeit Buttermilcherz. Allerdings konnten die Alten
damals noch nicht wissen, dass sich die Substanz durch Licht und
nicht durch die Luft blau färbte. Aber Luft kam ja auch in die
Stollen, sonst hätten die Bergleute nicht atmen können. Die
Verfärbung kam, wie wir heute wissen, durch den Inhalt von
Silber und Chlor zustande. Den Vorgang der Farbveränderung kennt
heute jeder durch die mit Silberchlorid beschichteten Filme in
der Fotografie.
Übrigens an einem auf Halde vor Jahren gefundenem Steinbrocken
wurde dieser Vorgang vom Verfasser beobachtet. Nach Zerschlagung
des Stückes kamen weiße Pusteln zu Tage, die sich nach ein paar
Tagen blau gefärbt hatten, was den Beweis erhärtete, dass es
sich bei dem Stück um Buttermilcherz handelte.
Pastor Funcke hat also die in der Anfangszeit besten
Ausbeutejahre von etwa 1550 bis ca.1574 mitgemacht, aber auch den
stetigen Rückgang der Erträge ab 1575 und damit große Notlagen
in der Bergstadt bis zu seinem Tode 1629 erlebt.
Allerdings ist die erste Beschreibung des St.Andreasberger
Buttermilcherzes nicht im Harz erfolgt, sondern im Erzgebirge. Im
Jahre 1590 hat bereits der Sächsische Bergschreiber Petrus
Albinus in der "Meißnischen Bergchronik" das
Buttermilcherz beschrieben.
Auch hieraus mit eigenen Worten die betreffende Passage bezüglich
der Grube St.Georg :
" In welcher Zech dis für nemlich als seltzam und gleich
alls unerhört und derhalben gedenkwirdig sich zugetragen, das
man allda ein weis fliessend gediegen Silber antroffen, einem
Quecksilber gleich, welches aus dem Gang und Drusen geflossen,
das mans mit Henden zusammengeraffet und sobald es ins Feuer
kommen, von Stund an fein worden, dessen ich von glaubwirdigen
Leuten berichtet bin. Wie etliche reden ist dasselbe Ertz gleich
wie eine Buttermilch gewesen, sobald es aber ein weil in der
Lufft gehalten worden oder auch in Gefessen verwahret, darinnen
manns weich zu behalten vermeint, ist es hart worden, gleich
einem Sand oder Grieß und ist die weiße Farb auch in braun oder
rüstig verändert worden."
Offenbar hat es solche hoch silberhaltende buttermilchähnliche
Flüssigkeiten im Harz nur in St.Andreasberg gegeben und in
Deutschland wohl nur noch im Erzgebirge.Über den Fund im
Erzgebirge aus dem Jahre 1556 berichtet Thomas Schreiber 1678 in
seinem Werk "Kurzer historischer Bericht von Anfang und
Aufkunft der Harz-Bergwerke" wie folgt:
(auszugsweise) Es ist aufm Abertham in St.Lorenz Fundgrub (in der
Nähe von St.Joachimsthal) gediegen Silber in einem Stempel
gewachsen und dieses laufende 1556 Jahr aus der Grube kommen,
daraus wir lernen können, dass Klüfte und Gänge noch ihre
saamhafte Art haben, die Gott durch sein sprechen in die Erde
geschaffen daraus er natürlicherweise lässt das Erz wachsen.
Denn da sich der Steiger auf St.Lorenz umsiehet.........., wannen
es dahin gesintert sei, wird er seiner weiß in der First, dass
es getroffen sei aus einem schwebenden Felde, dass oben und unten
hinten und fornen verfahren, welches nur seine Bergfeste noch
hatte, kaum 3 oder 4 Spannen dick und siehet, dass eine weise
Guhr oder molckenfarb Wasser, wie ihr Bergleut redet, erstlich
auf den Stempel gesiegen oder gesiefert und aufm Stempel in das Bühnloch
gerunnen und hernach im liegenden herabgeflossen und sich allda
gesiefert, angelegt oder erharschet hatte."
Das Hornerz muß im Gegensatz zum Buttermilcherz etwas häufiger
vorgekommen sein.Noch bevor Klaproth in den 1780/90er Jahren
diese Erze untersucht und bereits ziemlich genau analysiert
hatte, wurden von dem Sächsischen Bergmeister Hieronymus Lommer,
der das Hornerz aus Johann- Georgenstadt im Erzgebirge bereits
kannte, schon umfangreiche Untersuchungen angestellt. Im
wesentlichen hatte er neben dem hohen Silbergehalt schon das
Salzsaure darin (Chlorid) festgestellt..
Das Buttermilcherz und auch das derbe und krustige Hornerz waren
keine attraktiven Minerale, nur sehr selten. Dadurch bedingt
wurde schon damals erstaunlicherweise viel Schindluder insofern
damit getrieben, als andere Stufen als Buttermilcherz und
Hornsilber verkauft wurden. Insbesondere wohl Stufen mit Cerussit
und Talküberzügen.
Kaum einer der älteren Schriftsteller versäumt es, darauf
hinzuweisen. Schon Lommer schreibt in seiner Abhandlung vom
Hornerze als einer neuen Gattung Silbererz 1776:
"Man hielte Johann-Georgenstadt allein für dessen (Hornerz)
Vaterland, und ich habe zu bemerken, dass wie die Menge der
Mineraliensammler durch das eingebrochene Hornerz nicht zu
befriedigen gewesen, ein zugleich auf hiesigem Gebirge
eingebrochener Hornstein mit gestricktem Silber, gewinnsüchtigen
Stuffenhändlern zur Gelegenheit diente, hiermit in manchen
Sammlungen die Lücken vom Hornerz listig auszufüllen.
Auch E.L.von Bose bringt in einem Artikel in den Schriften der
Gesellschaft Naturforschender Freunde in Berlin 1788 zum
Ausdruck, wie mit den vorgenannten Silbererzen versucht wurde,
gute Geschäfte zu machen.Er schrieb, dass ein neuer Anbruch auf
der Grube Bergmannstrost, des an mannigfaltigen Erzeugnissen so
reichen Berggebäudes in St. Andreasberg, Kalkspatdrusen mit
einem neu entdeckten seltenen Katzensilbers gebracht habe, welche
als Neuigkeit von den Stufenhädlern sehr gesucht und
hochgehalten werden.. Von Bose hat also eine solche Stufe gekauft
und bei deren Ansicht vermutet, dass es sich um Buttermilcherz
handeln müsse. Eine von ihm angestellte Untersuchung hat ihn
dann jedoch enttäuscht, weil er kein Silber feststellen konnte
und nur Bleispath, heute Cerussit genannt, in dem Überzug auf
dem Stück feststellen konnte.
Er meinte, dass schon andere Mineralogen es ohne nähere
Untersuchung bezweifelt haben, dass diese Art das wahre
Buttermilcherz sei. Womöglich sind alle Stufen von der Grube
Bergmannstrost nicht das "ächte" Buttermilchsilber und
die Angabe von mehreren Schrift-stellern, die diese Grube als
Fundort für Buttermilcherz angegeben haben, könnte angezweifelt
werden
Selbst J.F.L. Hausmann weist in seinem "Handbuch der
Mineralogie" 1813 darauf hin, dass unter dem Begriff "Toniges
Hornsilber" Dasjenige was jetzt bald aus Unkunde, bald aus
absichtlichem Betruge hin und wieder für Buttermilchsilber
ausgegeben wird, ist theils Bleispat (heute Cerussit), theils
schuppiger Talk, theils aber sogar durch Säureaufguss
verunstalteter Kalkspat
Auch Georg Gebhard übergeht diese Betrügereien in seinem Buch
"Harzer Bergbau und Minerale St. Andreasberg",
herausgegeben in den 1980er Jahren, nicht. Auf Seite 151 ist ein
historischer Sammlungszettel aus der Zeit von 1750 - 1800
abgebildet, der, wie Gebhard schreibt, einer Nakritstufe von der
Grube Catharina Neufang beigefügt war und wohl zur
Wertsteigerung als Buttermilchsilber deklariert wurde.
Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass im sogenannten inwendigen
Revier, in dem die Gruben Bergmannstrost und Catharina Neufang
liegen, Buttermilchsilber und Chlorargyrit gefunden wurde. Es ist
aber auch möglich, dass diese Fundortangaben durch die gefälschten
Sammlungsstücke bedingt wurden. Und wie es dann so ist, ein
Schriftsteller schreibt es und andere schreiben ohne weitere Prüfung
nur noch ab. Zu prüfen wäre in diesem Zusammenhang mal, ob die
vorgenannten Gruben in der Zeit von ca.1750 bis 1800 überhaupt
in den Oxidationszonen noch gebaut haben, denn nur darin kamen ja
das Buttermilchsilber und das Hornerz vor.
Die wohl umfangreichste und modernste Dokumentation über das
Buttermilcherz haben wohl G.Hoppe und F.Damaschun unter dem Titel
"Das historische Buttermilcherz von St.Andreasberg (Harz,BRD)
ein Gemenge von Chlorargyrit und Schichtsilikaten" 1986
vorgenommen.
An einer Stufe, die der Berliner Mineraloge D.L.G. Karsten 1791
zum Preis von 25 Talern, was damals viel Geld war, als "ächtes"
Buttermilcherz von der Grube St. Georg St.Andreasberg von einem
Mineralienhändler für das Königliche Mineralienkabinett
erworben hatte, wurden seinerzeit von Klaproth die obengenannten
Untersuchungen vorgenommen..
Auf dieses Sammlungsstück, das heute noch im Mineralogischen
Museum der Humboldt- Universität Berlin vorhanden ist, ist diese
sehr stolz, da es sich um eines der ältesten Stücke des Museums
handelt. Man kann sich diese Stufe im Internet ansehen. Wer
interessiert ist, findet diese Seite am einfachsten, wenn man über
die Suchmaschine Google den Begriff " Buttermilcherz"
eingibt und dann über den erscheinenden Link das Museum anklickt.
Hier an der Humboldt-Universität wurde an diesem Stück neue
Untersuchungen mit modernen Methoden etwa Anfang der 1980er Jahre
vorgenommen und das Stück als echt befunden. Zweifel an der
Echtheit waren noch mal aufgekommen, weil ein aufgeklebter
Begleitzettel es als Cerussit bezeichnet hatte.
Welche Wellen damals in Fachkreisen die Verwechselungen des
Buttermilcherzes mit häufigeren Mineralien schlugen, beweist
eine Passage von Hoppe und Damaschun. Danach hat selbst der berühmte
und weit gereiste Alexander von Humboldt sich mit der Materie
befasst. In einem Brief aus 1794 gibt von Humboldt seinem Freund
F.C.Freiesleben, der auch zwei Bände über den Harzer Bergbau
und darin auch eine längere Passage über das Buttermilcherz
geschrieben hatte einen Hinweis, " daß Karsten was über
das Buttermilcherz veröffentlichen wolle. Passen Sie wohl auf.
Er hat Klaproth eine Stufe untersuchen lassen, die ich Werner (berühmter
Professor in Freiberg) zeigte und die er für ein Kunstprodukt hält"
Heute dürften nur noch wenige Stufen, vermutlich weniger als vom
berühmten Samsonit, von Buttermilcherz und Chlorargyrit von St.
Andreasberg weltweit in den Museen und Privatsammlungen vorhanden
sein. Die sehr umfangreiche TU-Sammlung sowie auch die Sammlung
des Oberharzer Berwerksmuseum in Clausthal-Zellerfeld enthalten
lt. Anfrage hiervon kein Material.
Zum Schluß möchte der Verfasser noch darauf hinweisen, dass er
dankbar wäre für Hinweise über das Vorhandensein und Verbleib
von Andreasberger Buttermilcherzstufen.
Wer an weiteren Informationen über das Buttermilcherz
interessiert ist, kann über die Homepage des Verfassers, www.Harz-Mineralien.de,
veröffentlichte Artikel lesen.
Literatur
ALBINUS, P.(1590): Meißnische Bergk Chronica, Dresden
BOSE, von,E.L.(1788) Beschreibung und Untersuchung eines unter
dem Namen eines
Neuentdeckten seltenen Katzensilbers vom Andreasberg-Schriften
der Gesellschaft
Naturforsch.Freunde zu Berlin, S.204-208
CALVÖR, H. (1765):Historische Nachricht von der Unter-und
gesamten Ober-Harzischen Bergwerke, Braunschweig
HAUSMANN,J.F.L.(1847):Handbuch der Mineralogie, Göttingen, 2.Band
HOPPE ,G. & DAMASCHUN.F.(1986): Das historische
Buttermilcherz von Andreasberg(Harz BRD),ein Gemenge von
Chlorargyrit und Schichtsilikaten- Chemie der Erde 45,S.147-158
HOPPE,G. & OTTO,H. (1989) Vom Buttermilcherz- Emser Hefte Nr.2/1989,
S.33-37
KARSTEN, D.L.G. (1795):Über das Harzer Buttermilcherz-N.Schr.der
Ges.naturforschender Freunde, Berlin, S.219-227
KLAPROTH, M.H. (1795): Chemische Untersuchung der Silbererze-
Beitr.z.chem.Kenntnis der Mineralkörper,Bd.1, Posen
Lommer, C.H. (1776) Abhandlung vom Hornerze als einer neuen
Gattung Silbererz, Leipzig
MATHESIUS,J. (1562) Sarepta oder Bergpostill, Nürnberg